Der Golem

  • Literaturoper nach dem gleichnamigen Roman von Gustav Meyrink

Die metaphysische Suche nach Identität, das Erscheinen eines sagenumwobenen Wesens, die Weisheit der Kabbala, ein jüdisches Viertel in Prag, ein sonderbarer Kriminalfall und ein Tarockspiel, das sind die Ingredienzien zu dem geheimnisvollen Roman „Der Golem“, den Gustav Meyrink, ein Zeitgenosse Kafkas, 1912 in Prag verfasste:

Ein Mann wandert, ohne es zu wollen, durch mehrere Identitäten und erblickt doch immer wieder sich selbst. Sind die Umgrenzungen unseres Ichs, die uns unsere Vernunft vorgibt nicht doch viel unschärfer als wir es wahrhaben wollen?

Das Intersubjektive der Seelenwanderung scheint Meyrink mehr zu bedeuten als nur ein Steckenpferd fragwürdiger Parapsychologen oder abergläubischer Geisterseher.

Als das Jüdische Viertel in Prag dem Abriss preisgegeben wurde, verschwand auch alle tiefere Erkenntnis dieser Seelenwanderungen. Die Literatur-Oper Köln macht sich auf die Suche nach kabbalistischer Erkenntnis und bringt den Jahrhundertroman Meyrinks als musikalisch-metaphysisches Ereignis auf die Bühne.

Andreas Durban: Romanadaption, Regie und Bühne
Georg Leisse: Musikalische Leitung, Harmonium
Henrik Albrecht: Komposition
Hanyoung Yoo: Korrepetition, Klavier
Anne Ernzerhof, Angela Schütt: Kostüme
Bianka Meissner: Maske
Julia Suermondt: Projektionen
Thomas Vervoorts: Licht

Mitwirkende

Christopher Auer: Athanasius Pernath
Thomas Huy: Carl Zottmann, Augenarzt
Andrea Graff: Angelina (Gattin Zottmanns aus zweiter Ehe), Dr. Wassory (erster Sohn Zottmanns), Tänzerin
Maximilian Schmitt: Charousek (zweiter Sohn Zottmans), Nazi
Manon Blanc Delsalle: Laponder
Sarah Lena Winterberg: Miriam (Tochter von Laponder), Tänzerin
Youjiao Tang: Rosina, Vermieterin, Freundin Miriams
Johanna Killewald: Freundin Miriams, Lehrerin, Kneipenbruder, Nazi
Elena Plaza: Freundin Miriams, Mutter Pernaths, Kneipenbruder, Nazi

Bilderstrecke